Weil er wartet

Ich habe hier lange nichts geschrieben. Weil ich anderes schreiben musste. Weil ich mit Leben beschäftigt war. Weil ich fort war. Zurück im Garten frage ich mich, warum ich mich hier so wohlfühle, in einer Stadt, die nicht zu meinen Lieblingsorten gehört, im Gegenteil. Und ich stelle fest: Weil ein Garten ein Ort ist, an den man zurückkehren kann. Immer wieder. Er verzeiht alles, nimmt höchstens das eine oder andere solange in die eigene Hand, lässt hier etwas wachsen und dort sich etwas zurückziehen. Es blüht in jedem Fall, und mir ist alles Bunte, Lebendige willkommen ebenso wie ich dort willkommen bin. Der Garten wartet geduldig, bis ich wieder da bin, sei es gedanklich oder persönlich. Wenn ich komme, macht er mir Geschenke, ohne Erwartungen. Mal gibt er etwas mehr den Ton an, wie es läuft, mal ich, aber er ist immer da, egal wo ich bin. Jetzt gerade bin ich zurück, und obwohl ich nicht viel Zeit für ihn habe, ist er großzügig für mich da, dieser Garten, der so gelassen und grün im Licht liegt. Wärme und Schatten, Duft und Kräuter, Farben und Formen schenkt er mir, Ruhe und Erfrischung, ein Flattern, Singen und Summen. Einen kleinen Frieden , große Hoffnungen. Andacht, Staunen, Demut, Träume, Glück, Gemeinsamkeit, kostbare Stunden.

Er wartet immer, und wenn man kommt, ist man angekommen.

10 Kommentare zu „Weil er wartet

  1. Liebe Patricia,

    wie wunderbar formuliert! Es ist wirklich ein Glück, einen Garten als Zufluchtsort für alle Lebenslagen zu haben.
    Und die Größe ist dabei nicht so wichtig, im Zweifelsfall genügt auch ein Balkon.

    Ich wünsche eine erholsame Gartenzeit und grüße vom Balkon im gewittrigen Ostfriesland

    Dorothee

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  2. Genauso geht es mir mit meinem Garten. Der passt, steht aber nicht in dem Ort, an dem ich gerne sein möchte.
    Er gibt mal viel, mal wenig. Und manchmal auch im Überfluss. So als wüsste er genau was ich gerade brauche…
    Natur ist einfach faszinierend…

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  3. Schön, dass Lucy wieder ihren Garten zeigt. Der Frühsommer ist so voller Fülle. Labsal für Körper und Seele.
    Ich weile in einem Waldgarten im schon heißen Kentucky am anderen Ende der Welt. Hohe, dicht belaubte Bäume behüten das Haus meiner Tochter und schenken angenehme Kühle und ein Licht, wie es nur ein Wald kann.
    Ich wünsche dir einen schönen Sommer.
    Romy, herzlich.

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    1. Liebe Romy, Kentucky gehört zu den Staaten, in denen ich noch nicht war. Geboren bin ich in Alabama, meine Schwester lebt in Kalifornien. In diesem Sinne liebe Grüße in die USA und auch Dir eine zauberhafte Sommerzeit!

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  4. Ja einen Garten zu haben, ist für uns das größte Glück ❤
    Nun entwickelt er sich erst richtig 😊 Früher war es nur ‚ein‘ Garten, nun wird er unser Garten. Mit Gemüse und Blumen, mit Bienen, Hummeln und biologischem gärtnern. Und nach den Inselgarten Romane mit neuer Inspiration. Mit Nachtblühenden Pflanzen, einem Mondscheingarten 😊 Mit Pflanzen die mir bisher fremd waren und doch garnicht so fremd sind wie Bienenbalsam, Lilien oder Nachtkerzen. Das tolle an einem Garten ist das er irgendwie nie fertig ist 😊 er hilft mir, ich entferne, pflanze neu, erfreue mich… es ist so wie im Leben. Er lässt mich hoffen, enttäuscht manchmal auch, lehrt mich, macht traurig und überrascht mich, bringt mich immer wieder zum staunen. Hier darf ich so sein wie ich bin, voller Fantasie und meiner Kreativität Ausdruck verleihen mit meinen Tonobjekten, ohne kritisiert zu werden, einfach wieder Kind sein.
    Ich bin froh das wir in haben ❤

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