Der bunte Anfang

wp-1579535094058.jpgEtwas am Blumenpflücken macht den Tag leicht, vor allem wenn es mitten im Winter ist. Es ist ein bißchen wie Barfußgehen im Kopf, wie bei Morgentau im taunassen Gras herumhüpfen oder im Regen lachen – es ist eines von den ganz einfachen Dingen, die unkompliziert glücklich machen. Und noch mehr, wenn sie auch noch zu einem unerwarteten Zeitpunkt kommen.

Der erste Blumenstrauß im Jahr trägt den ganzen Frühling und Sommer in sich. Er ist das Samenkorn, in dem die gesamte Freude am kommenden Wachsen gründet. Darum darf er auch ganz klein sein.

Er ist ein auch bißchen wie ein Brief vom Garten, eine Nachricht, dass dieser nun erwacht, in aller angemessenen Ruhe.

Ich pflücke nur die Blüten, die der Wind oder die Amsel geknickt hat oder die irgendwo unter schweren Zweigen erdrückt werden.

Der Rest bleibt unter dem Himmel, unter den er gehört. Sie sollen ja auch all den anderen Keimlingen Mut machen die sich, noch unsichtbar, unter der Erde hocharbeiten. Die in der Vase aber, die schenken ihn mir – den Mut.

Eisige Erleuchtung

So graue Morgen verlangen nach einem erhellenden Abend. Ein Beutezug durch den verschlafenen Garten brachte zarte Farne und rote Beeren, ein verwegenes Stiefmütterchen, Efeublätter und trockene Samenstände.

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Alles in eine Schicht Wasser zwischen zwei Schüsseln gestreut und in das Tiefkühlfach gestellt, später mit einer kleinen Flamme bestückt, und schon erzählte das Licht am Ende des Tages vom glücklichen, warmen Zauber vergangener und kommender Draußenzeit.

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